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Twitter schottet sich ab

Twitter-Profil

Ende letzter Woche haben viele der größeren Twitter-Clients von Drittanbietern, wie z.B. Twitterific oder Tweetbot, aufgehört zu funktionieren. Inzwischen spricht einiges dafür, dass dies seitens Twitter mit Absicht geschieht. Das ist gegenüber den Entwicklern dieser Apps, die übrigens einen großen Teil dazu beigetragen haben, Twitter in den Anfangszeiten groß zu machen, ein äußerst unprofessionelles Verhalten. Natürlich hätte es hier eine Vorankündigung geben müssen. Und sich jetzt einfach tot zu stellen, wirft ein trauriges Bild auf den Konzern. Begriffe wie „Tweet“ oder das Konzept von Retweets gehören zu den Dingen, die übrigens durch Drittentwickler entstanden sind. Selbst wenn das nochmal rückgängig gemacht werden sollte, würde ich als Drittentwickler meinen Lebensunterhalt nicht von diesem Dienst abhängig machen und keine Ressourcen mehr dort hineinstecken.

Wie auch immer, ich halte Twitter mit den offiziellen Clients für nicht nutzbar. Das liegt nicht einmal primär an der Werbung in der Timeline. Auch alle Alternativen werden sich früher oder später über das Thema Finanzierung Gedanken machen müssen, insbesondere wenn die Nutzerzahlen stark wachsen. Vielmehr stört mich die algorithmische Timeline an sich, da sie für mich keine sinnvollen Informationen enthält. Ich möchte chronologisch sehen, was die Leute posten, denen ich folge. Und das muss die Standardansicht sein, und zwar mit synchronisierter Lesepostion über all meine Geräte.

Warum?

Grund für den Rauswurf kann eigentlich nur sein, dass die Drittanbieter-Apps keine Werbung ausspielen und somit auch nicht zu den Werbeeinnahmen beitragen. Das hätte aber nicht so sein müssen. Twitter hätte es ja zur Nutzungsbedingung für die Schnittstellen machen können, dass Werbetweets von allen Clients ausgespielt werden müssen. Dies ist aber nicht einmal versucht worden.

Wie weiter?

Ich kann daher jeden verstehen, der Twitter den Rücken kehren möchte. Mastodon ist hier eine durchaus brauchbare Alternative. Häufig bleiben hier aber zwei Probleme: Viele an sich interessante Accounts sind nur bei Twitter, z.B. Schauspieler, Politiker sowie Unternehmen und Organisationen. Weiterhin verwenden einige Nutzer – ich auch – Twitter-Feeds als eine Art RSS-Ersatz, um bei bestimmten Themen auf dem Laufenden zu bleiben.

Spring und Mona - meine Twitter- und Mastodon-Clients Screenshot)
Spring und Mona – meine Twitter- und Mastodon-Clients
(bitte anklicken/antippen für größere Version)

Mein Twitter-Client „Spring“ (App-Store-Link) ist zwar noch nutzbar (und hat übrigens einen vorzüglichen Feature-Umfang auf macOS, iPadOS und iOS sowie mit Mona einen Mastodon-Client mit vergleichbarem Umfang in Arbeit, den Spring-Käufer schon nutzen können), aber das ist möglicherweise nur eine Frage der Zeit, bis der auch abgedreht wird. Sollte das passieren, werde ich mir was überlegen müssen, um weiter entsprechende Informationen zu bekommen. Mehr RSS-Feeds oder Newsletter vielleicht. Diese Internet-Klassiker könnten so wieder an Bedeutung gewinnen!

Update vom 18.01.2023:
Mittlerweile gibt es eine IMHO lapidare Stellungnahme vom Twitter-Developer-Support in Tweet-Form: „Twitter is enforcing its long-standing API rules. That may result in some apps not working.“. Damit ist dann auch klar, dass es sich um Absicht handelt.

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Über den Autor

Markus Jasinski

Markus Jasinski ist ein Rostocker Unternehmer, Naturwissenschaftler, IT-Spezialist, Autor, Coach, Dänemark-Fan, überzeugter Radfahrer und nicht zuletzt „Computer Geek“ und Smart-Home-Enthusiast. Sein erstes iPhone kaufte der promovierte Naturwissenschaftler im Jahre 2008, kurze Zeit später wurde er dann auch zum Mac-Nutzer. Nach und nach gesellten sich iPad, Apple TV und Apple Watch hinzu.

Um diese vielfältigen Interessen und Aktivitäten "unter einen Hut" zu bekommen befasst sich der gebürtige Westfale seit über zehn Jahren mit den Themen Selbstorganisation und Aufgabenmanagement, die ebenfalls ein Schwerpunkt dieses Blogs sind.

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