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Erste Erfahrungen mit macOS Big Sur

macOS Big Sur

Noch etwas später als bei Catalina bin ich auf macOS 11 “Big Sur” umgestiegen. Scheint ein neuer Trend bei mir zu sein. Nein, wahrscheinlich nicht wirklich. Sowohl Catalina als auch Big Sur sind Releases, bei denen Apple sehr viel am Unterbau geändert hat. Und bei solchen Dingen sollte man etwas vorsichtiger updaten, wenn man seine Maschine Tag für Tag zum Arbeiten und Geld verdienen verwendet. Bei Catalina waren das z.B. das Ende der 32-Bit-Apps und die Zerschlagung von iTunes in mehrere Apps. Bei Big Sur sind dies u.a.:

  • Die Unterstützung von Apples M1-Architektur. Dazu wurde das Konzept der Univeral-Apps wiederbelebt, die sowohl auf Intel- als auch M1-Prozessoren laufen. Reine Intel-Programme werden mit Hilfe der Rosetta-2-Technologie auf M1-Maschinen zum Laufen gebracht. Große Einschränkungen gibt es dort bei Virtualisierungen. Auf M1-Systemen gibt es kein “Boot Camp” mehr, um direkt beim Systemstart Windows zu booten.
  • Das Grundsystem ist weiter abgeschottet worden. Kernelerweiterungen sind durch Systemerweiterungen ersetzt worden. Dadurch benötigen Programme, die tief ins System eingreifen wie z.B. die Firewall “Little Snitch”, ein größeres Update.
  • Das Netzwerkdienstprogramm gibt es nicht mehr. Nutzer müssen nun direkt die entsprechenden Terminal-Befehle nutzen, um dessen Featureset abzudecken.
  • Es gibt viele Änderungen in der Benutzeroberfläche, die u.a. Dinge wie Menubar-Apps und Widgets betreffen. Dadurch musste z.B. Bartender für Big Sur komplett neugeschrieben werden. Auch mein geliebtes Hazel ließ sich wohl nicht so leicht in die Systemeinstellungen integrieren und wurde unter Big Sur zu einer eigenständigen App.

Ich gehe davon aus, dass in den nächsten 1-2 Versionen erstmal nicht mehr so radikale Umbrüche geben wird. Daher werde ich wohl auf macOS 12 deutlich früher updaten.

macOS-Widgets

Umstieg

Zur Big Sur bin ich übrigens über meinen neuen Mac Mini (2020 mit M1-Chip) gekommen. Dort ist das System schon vorinstalliert, daher habe ich die eigentliche Installation nicht mitbekommen. Meine Daten habe ich mit dem Migrationsassistenten übernommen und zwar via Netzwerk vom gleichzeitig laufenden alten Mac. Dies muss ich an dieser Stelle mal aufgrund mehrmaliger guter Erfahrungen erwähnen: Der Migrationsassistent macht einen sehr guten Job bei Übernahme des Systems. Man kann mehr oder weniger gleich nach dessen Arbeit mit der neuen Maschine weiterarbeiten. Ein kompletter “Clean Install” hätte bei meiner komplexen Arbeitsumgebung sehr sehr viel länger gedauert.

Beobachtungen

Dieser Artikel soll kein Big-Sur-Review sein. Dafür wäre es auch reichlich spät. Ich möchte einfach in loser Reihenfolge Dinge aufzählen, die mir aufgefallen sind. Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen bei der Entscheidung zum Upgrade. Los geht’s:

  • Die Nutzeroberfläche wirkt deutlich moderner als unter Catalina. Dazu tragen u.a. das Dock und das Menü mit durchschimmernden Hintergrund, das neue Fenster-Design, die Widgets im iPadOS-Style sowie das neue Kontrollzentrum bei.
  • Der größere Abstand von Menüeinträgen sowie der Menubar-Apps stört mich optisch nicht so sehr wie befürchtet. Leider passt das Perspektiven-Menü von OmniFocus bei mir nun nicht mehr auf eine Bildschirmseite, aber das ist ein eher spezielles Problem von mir. Den alten Menubar-App-Abstand (tolles Wort) könnt ihr übrigens mit dem neuen bereits erwähnten Bartender zurückbekommen.
  • Gewöhnungsbedürftig war für mich das neue Design der Dialogboxen.
  • Die Widgets sind wesentlich hübscher als vorher, wenn auch nicht ganz so funktional. Da es Scriptable auch für Big Sur gibt, laufen nun z.B. auch die Corona-Inzidenz-Widgets auf dem Mac. Hier hab ich aber auch schon mehrmals den Bug beobachtet, dass ein Widget nach Update der betreffenden App neu eingerichtet werden muss.
  • Es wäre schön, wenn Drittprogramme das Kontrollzentrum erweitern könnten. Platz ist da noch reichlich.
  • Die lange vernachlässigte Nachrichten-App hat unter “Big Sur” enorm zugelegt und ist nun in etwa auf iOS-Niveau.
  • Die Home-App und Siri auf dem Mac halte ich noch für reichlich ausbaufähig.
  • Probleme mit den von mir täglich genutzten Apps habe ich bisher keine festgestellt.
  • Speziell auf M1-Macs: Die Unterstützung von iPad-Apps ist eine gute Sache. Auch wenn viele Apps dies aktuell nicht anbieten, haben eine ganze Reihe von iPad-Applikationen den Weg auf meinen Mac gefunden, von Apollo über Overcast bis hin zu meinem Dänisch-Wörterbuch. Von diesem Feature mache ich wesentlich mehr Gebrauch als von Windows-Programmen in Parallels auf Intel-Macs.
iPad-App unter macOS “Big Sur”

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Über den Autor

Markus Jasinski

Markus Jasinski ist ein Rostocker Unternehmer, Naturwissenschaftler, IT-Spezialist, Autor, Coach, Dänemark-Fan, überzeugter Radfahrer und nicht zuletzt „Computer Geek“ und Smart-Home-Enthusiast. Sein erstes iPhone kaufte der promovierte Naturwissenschaftler im Jahre 2008, kurze Zeit später wurde er dann auch zum Mac-Nutzer. Nach und nach gesellten sich iPad, Apple TV und Apple Watch hinzu.

Um diese vielfältigen Interessen und Aktivitäten "unter einen Hut" zu bekommen befasst sich der gebürtige Westfale seit über zehn Jahren mit den Themen Selbstorganisation und Aufgabenmanagement, die ebenfalls ein Schwerpunkt dieses Blogs sind.

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