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App-Tipp: Luca

Luca-App

Das vorsichtige Öffnen einiger Teilbereiche nach dem 2. Corona-Lockdown, die Frisöre sind hier sicherlich das prominenteste Beispiel, fördert ein altes Problem wieder an die Oberfläche: die Kontaktverfolgung im Infektionsfall. Sie ist für die Gesundheitsämter, nach allem was ich höre, ein mühevolles und zeitaufwendiges Geschäft. Und was diesen Aspekt angeht bekämpfen wir diese Pandemie des 21. Jahrhunderts mit den Mitteln des 20. Jahrhunderts: Faxgeräte und Papierlisten. Dabei liegt hier ein wichtiger Schlüssel im Leben mit Corona: Ein schnelles Unterbrechen der Infektionsketten würde die Fallzahlen senken und unser Leben zumindest ein Stück weit normalisieren.

Bisher haben wir dazu ja unsere Corona-Warn-App, über die ich ausführlich berichtet habe. Die ist auch gut und wichtig. Mit ihr haben stand heute 264.444 infizierte Personen ihre Kontakte gewarnt. Aber sie ist nicht verpflichtend, weshalb wir bei Frisören und ähnlichen Dienstleistern, die bald wieder öffnen, diese obligatorischen Listen haben. Diese sind weit davon entfernt perfekt zu sein: andere Gäste können sie evtl. einsehen, falsche Daten wurden eingetragen und auch die Polizei hat schon die ein oder andere Liste zur Strafverfolgung mitgenommen.

Verteilung auf drei Ebenen

An dieser Stelle setzt die Luca-App (kostenlos, iPhone, App-Store-Link, Android-Version ebenfalls verfügbar) an. Die Idee dazu stammt von der Band „Die Fantastischen Vier“, die wie alle Kulturschaffenden besonders vom Lockdown betroffen sind. Luca besteht quasi aus drei Ebenen: dem Gast, dem Veranstalter bzw. Geschäft und den Gesundheitsämtern. Der Gast checkt an einem Ort (Frisör, Restaurant, Veranstaltung, …) mit einem QR-Code, den die App anzeigt (s. Titelfoto), ein und aus. Alternativ kann dieser auch einen QR-Code des Veranstalters scannen. Dieser Vorgang entspricht dem Eintrag in die Papierlisten. Zuvor muß der Gast die App natürlich einmal einrichten. Er gibt Anschrift und Telefonnummer an und erhält im Gegenzug einen Freischaltcode per SMS. Somit ist sichergestellt, dass die Telefonnummer auch stimmt. An dieser Stelle kann Luca übrigens auch analog werden. Hier in Rostock können Schlüsselanhänger mit einem QR-Code über die Ortsämter bezogen werden. Dass Leute kein Smartphone haben ist ein Problem der Corona-Warn-App.

Datenschutz

Gastgeber/Veranstalter können in ihrer Luca-App übrigens nicht sehen, wer ihre Gäste waren. Das ist ein weiterer Vorteil gegenüber der Papiervariante. Hier kommt die dritte Ebene ins Spiel, die Gesundheitsämter. Ein infizierter Luca-App-Nutzer kann dem Gesundheitsamt seine Luca-App-Historie freigeben. Und erst dann erfährt dieses, wen sie vor einer möglichen Infektion warnen müssen. Die Betreiber von Luca selbst haben keinen Zugriff auf entschlüsselte Daten des Systems. Ausführlichere Infos zum System und zum Datenschutz sind auf der Homepage des Projekts zu finden.

Private Treffen

Private Treffen sind ja momentan extrem eingeschränkt, aber selbst diese können in die Luca-App eingepflegt werden. Dazu gibt es einen Button in der App, um eine solche Veranstaltung anzulegen:

Luca für private Treffen (QR-Code verpixelt)

Verbreitung und Fazit

Hier liegt noch der Knackpunkt. Um die Luca-App in einer Region zu nutzen muss das jeweilige Gesundheitsamt angeschlossen sein. Rostock ist inzwischen dabei und wie das für eure Region aussieht, könnt ihr über einen PLZ-Check erfahren. Durch stark zunehmende Berichterstattung in den letzten Tagen hoffe ich auf eine rasche Ausweitung. Möglicherweise wird die Luca-App sogar auf der Ministerpräsidenten-Konferenz morgen ein Thema.

Wie eingangs erwähnt, eine effiziente Verfolgung der Infektionsketten wird IMHO die Fallzahlen senken und uns damit Freiheiten zurückgeben. Lasst uns unsere moderne Technik sinnvoll nutzen!

Update vom 22.03.2021

Inzwischen hat das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern eine Landeslizenz der Luca-App erworben und arbeitet an der flächendeckenden Einführung. Hier in Rostock kann man bereits gefühlt in 90% der Geschäfte, die hier ja ohne Terminvergabe offen sind, einkaufen. Ich habe dies selbst mal getestet im hiesigen “Saturn”, “Galeria” sowie bei “Tiger”.

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Über den Autor

Markus Jasinski

Markus Jasinski ist ein Rostocker Unternehmer, Naturwissenschaftler, IT-Spezialist, Autor, Coach, Dänemark-Fan, überzeugter Radfahrer und nicht zuletzt „Computer Geek“ und Smart-Home-Enthusiast. Sein erstes iPhone kaufte der promovierte Naturwissenschaftler im Jahre 2008, kurze Zeit später wurde er dann auch zum Mac-Nutzer. Nach und nach gesellten sich iPad, Apple TV und Apple Watch hinzu.

Um diese vielfältigen Interessen und Aktivitäten "unter einen Hut" zu bekommen befasst sich der gebürtige Westfale seit über zehn Jahren mit den Themen Selbstorganisation und Aufgabenmanagement, die ebenfalls ein Schwerpunkt dieses Blogs sind.

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