Apple

Der App Store

Mix von App-Icons

Kaum etwas hat in letzter Zeit für so viel Wirbel gesorgt in der Apple-Welt wie der App Store der Kalifornier: Spotify, Hey, Epic, WordPress – diese Liste könnte man noch ein Weilchen fortsetzen. Ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt etwas dazu schreiben soll. Schließlich geht es mir hauptsächlich darum, Apps, Workflows und Tipps vorzustellen, die euch mit eurer Apple-Hardware effizienter und produktiver machen. Daher an dieser Stelle nur ein paar ganz grundsätzliche Gedanken dazu. Für Apple sind Services – und hier macht der App Store einen großen Teil aus – die Möglichkeit für Wachstum in Zeiten sinkender Smartphone-Verkäufe. Cupertino wird daher IMHO alles daran setzten, den jetzigen Status-Quo beizubehalten. Wenn sie es allerdings “zu dolle treiben” riskieren sie irgendwann eine staatliche Regulierung, die sie möglicherweise empfindlicher trifft als “freiwillige” Zugeständnisse.

30 Prozent

Viele stören sich an den 30 Prozent, die Apple von den Verkaufseinnahmen als ihren Anteil einbehält. Davon bin ich selber betroffen, da ich E-Books im Book-Store der Kalifornier anbiete. Hier sehe ich aber wenig Möglichkeiten für regulatorische Eingriffe. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich kein Jurist bin. Immerhin nehmen aber andere App-Stores ähnliche Provisionen und iOS ist auch nicht das System mit dem größten Marktanteil. Sollte es hier eine Regulierung geben, wären andere Hersteller dann wohl auch betroffen.

Spannender wird es, wenn Apps das Abrechnungssystem umgehen und z.B. kostenpflichtige Nutzerkonten über eine Webseite erstellt werden müssen. Derzeit duldet es Apple nicht, wenn dann in der App auf diese Webseite verwiesen wird. Das finde ich schon sehr skurril und hier sollte ein regulatorischer Eingriff zumindest mal geprüft werden. Der Dumme ist hier der Nutzer, der eine App startet, die Zugangsdaten erwartet und selber drauf kommen muss, wo er diese herbekommt. Nutzerfreundlich geht anders.

Interessant wäre in diesem Zusammenhang die Frage, ob Apple durch eine Senkung der Provision “Druck aus dem Kessel” nehmen kann. Das würde die Einnahmen zwar schmälern, könnte aber Anbieter dazu veranlassen, Apples Zahlungssystem nicht zu umgehen. Was wiederum zu Mehreinnahmen führt.

Store-Zwang

Der App Store ist derzeit der einzige Weg, Apps auf dem iPhone oder dem iPad anzubieten. Eingeschränkte Sonderwege wie TestFlight oder Enterprise-Zertifikate wollen wir hier mal außen vor lassen. Hier sehe ich – wie gesagt immer als juristischer Laie betrachtet – die besten Möglichkeiten für eine Regulierung. Auf dem Mac können schließlich auch Apps außerhalb des Stores angeboten werden. Und iOS/iPadOS ist inzwischen die wesentlich größere Plattform mit über eine Milliarde Geräte. Es ist, soweit ich das überblicke, die einzige “Computer-Plattform” dieser Größenordnung auf der kein Sideloading möglich ist. Via Sandboxing und Notarisierung könnte Apple so etwas sogar recht sicher gestalten. Würden Apple dadurch viele Einnahmen entgehen? Vermutlich nicht, denn auch Googles Play-Store ist gut gefüllt, obwohl unter Android auch Sideloading möglich ist. Aber immerhin wären so Geschäftsmodelle realisierbar, die keine 30% für Apple mit einkalkulieren müssen. Auch der Weg für Apps, die derzeit gegen irgendeine der vielen App-Store-Regeln verstoßen, wäre dann offen, genau wie auf dem Mac.

Bildnachweis Titelfoto: iStock.com/Bet_Noire

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Über den Autor

Markus Jasinski

Markus Jasinski ist ein Rostocker Unternehmer, Naturwissenschaftler, IT-Spezialist, Autor, Dänemark-Fan, überzeugter Radfahrer und nicht zuletzt „Computer Geek“ und Smart-Home-Enthusiast. Sein erstes iPhone kaufte der promovierte Naturwissenschaftler im Jahre 2008, kurze Zeit später wurde er dann auch zum Mac-Nutzer. Nach und nach gesellten sich iPad, Apple TV und Apple Watch hinzu.

Um diese vielfältigen Interessen und Aktivitäten "unter einen Hut" zu bekommen befasst sich der gebürtige Westfale seit über zehn Jahren mit den Themen Selbstorganisation und Aufgabenmanagement, die ebenfalls ein Schwerpunkt dieses Blogs sind.

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