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App-Tipp: Keyboard Maestro

MacBook-Keyboard

Keyboard Maestro (macOS, 41,47 €, Link zur Produktseite) gehört neben TextExpander, Hazel und 1Password zu den ersten Apps, die ich auf ein frisches macOS installiere. Ähnlich wie die Apps Automator (macOS) oder Kurzbefehle (iOS/iPadOS), beide von Apple, dient sie dazu, Dinge zu automatisieren. Und sinnvolle Automatisierungen sparen Zeit. Und Zeit ist Geld, daher habe ich auch mit den etwas höheren Anschaffungskosten kein Problem. Sie haben sich schon mehr als bezahlt gemacht. Ich habe das Tool schon viele Jahre im Einsatz, höchste Zeit darüber mal ein paar Zeilen zu verlieren.

Aktionen

In Keyboard Maestro schreiben wir Makros, die wir nach Gruppen ordnen können. Ein Makro besteht aus einer oder mehreren Aktionen. Die Aktionen wählen wir – ganz ähnlich wie beim Automator – aus einer mitgelieferten Bibliothek aus. Typische Aktionen in Keyboard Maestro sind z.B.:

  • das Ausführen von AppleScript, JavaScript oder Shell-Skripten
  • das Starten oder Beenden von Apps
  • das Abspielen oder Pausieren von Musik sowie das Regulieren der Lautstärke
  • das Verschieben, Vergrößern oder Verkleinern von Fenstern
  • das Simulieren von Tastatur-Aktionen
  • das Schreiben, Lesen und Ändern der Zwischenablage
  • das Lesen, Schreiben, Kopieren, Verschieben und Löschen von Dateien
  • das Auslesen von Text aus Bildern (OCR)
  • das Steuern von Safari einschließlich dem automatischen Ausfüllen von Webformularen
Screenshot der Aktionsauswahl in Keyboard Maetro

Makros können zwischen Macs synchronisiert werden. Einzelne Gruppen können dabei für bestimmte Macs deaktiviert werden.

Auslöser

Der große Unterschied zum Automator besteht darin, dass es unzählige Möglichkeiten gibt, ein fertiges Makro zu starten. Auslöser für Makros heißen in Keyboard Maestro „Trigger“. Wir können dabei sogar mehrere Trigger für ein Makro definieren. Mögliche Trigger sind u.a.:

  • eine Tastenkombination (daher vermutlich auch der Name dieser App)
  • ein Menüeintrag in der mitgelieferten MenuBar-App
  • eine URL nach dem Schema kmtrigger:// (dies nutze ich sehr gerne im OmniFocus-Notizfeld, um ein Makro zu starten, was irgendwas bezüglich der jeweiligen Aufgabe erledigt)
  • eine App, die startet, beendet wird, in den Hintergrund geht, …
  • eine Änderung der Zwischenablage
  • das Anmelden als Nutzer
  • das Mounten/Unmounten eines bestimmten Laufwerks
  • das Anstecken/Abstecken eines USB-Sticks
  • das Verbinden oder Lösen von einem bestimmten WLAN-Netzwerk
Screenshot der möglichen Auslöser in Keyboard Maestro

Die zeitgesteuerte Ausführung von Makros ist ebenfalls vorgesehen, auch in regelmäßigen Abfolgen. Innerhalb von Makros gibt es natürlich auch sowas wie Kontrollstrukturen, also z.B. Schleifen, Pausen und Bedingungen. Weiterhin gibt es Variablen, mit denen unsere Makros noch flexibler werden.

Beispiel

Die unzähligen Kombinationsmöglichkeiten von Auslösern und Aktionen machen Keyboard Maestro vermutlich zur mächtigsten Automatisierungslösung auf dem Mac. Damit der Artikel nicht ausufert, möchte ich mich auf ein Beispiel beschränken. Weitere Beispiele sind dann der Gegenstand von Folgeartikeln.

Manchmal möchte ich alle laufenden Apps auf meinem Mac beenden, weil ich z.B. etwas völlig anderes auf dem Computer machen möchte, etwa einen Wechsel von Arbeit zu Freizeit. Dazu nutze ich das folgende Makro:

Screenshot des Makro-Editors von Keyboard Maestro

Auslöser ist eine Tastenkombination, in meinem Fall Ctrl-Alt-Cmd-Q. Das Finden geeigneter freier Tastenkombinationen kann eine Herausforderung sein. Ich nehme die Kombination mit Ctrl-Alt-Cmd gerne, weil die Tasten direkt nebeneinander liegen. Ich werde demnächst mal was dazu schreiben, wie die Caps-Lock-Taste zu einem weiteren Modifier-Key umfunktioniert werden kann.

Das Makro selbst besteht nur aus zwei Aktionen. Die erste ist eine Sicherheitsabfrage, denn wir beenden hier unter Umständen einen Haufen von Apps. Macht aber deutlich, dass Keyboard Maestro auch Dialoge auf den Bildschirm zaubern kann. „Quit All Applications“ ist dann die zweite Aktion. Sie macht genau, was der Name sagt, nämlich alle Apps zu beenden.

AppleScript

Keyboard Maestro stellt eine von mehreren Möglichkeiten dar, AppleScripts per Tastenkombination zu starten. Davon werde ich in einigen Automatisierungen, die ich künftig hier vorstelle, Gebrauch machen.

Mehrfach-Zwischenablage

Keyboard Maestro kann sich alte Inhalte der Zwischenablage merken und stellt als Aktion einen Dialog zur Verfügung, diese in seine Texte einzufügen. Wer also keine LaunchBar oder kein Alfred hat, welche dieses Feature ebenfalls bieten, bekommt es hier sozusagen noch als Bonus-Funktion.

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Über den Autor

Markus Jasinski

Markus Jasinski ist ein Rostocker Unternehmer, Naturwissenschaftler, IT-Spezialist, Autor, Dänemark-Fan, überzeugter Radfahrer und nicht zuletzt „Computer Geek“ und Smart-Home-Enthusiast. Sein erstes iPhone kaufte der promovierte Naturwissenschaftler im Jahre 2008, kurze Zeit später wurde er dann auch zum Mac-Nutzer. Nach und nach gesellten sich iPad, Apple TV und Apple Watch hinzu.

Um diese vielfältigen Interessen und Aktivitäten "unter einen Hut" zu bekommen befasst sich der gebürtige Westfale seit über zehn Jahren mit den Themen Selbstorganisation und Aufgabenmanagement, die ebenfalls ein Schwerpunkt dieses Blogs sind.

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