Dänemark

Unterwegs in Dänemark mit der Rejsekort

Foto meiner Rejsekort

Wer in Dänemark mit öffentlichen Bussen unterwegs ist, wird recht schnell bemerken, dass die Dänen beim Ein- und Aussteigen Karten an ein Terminal halten, welches in der Nähe von Ein- oder Ausstiegen plaziert ist. Was hat es damit auf sich? Diese Terminals gehören zum sogenannten Rejsekort-System, welches landesweit installiert ist. Jeder Nutzer hat eine blau-weiße Karte, die Scheckkartengröße besitzt. In der Karte ist ein Nahbereich-Funkchip (NFC) integriert, ähnlich wie in modernen Bankkarten. Diese dient quasi als eine Art universelle Fahrkarte.

Ein- und Auschecken

Zu Beginn einer Reise und bei jedem Umsteigen hält der Nutzer die Karte an ein Check-In-Terminal (dänisch: check ind) und am Ende der Reise an Check-Out-Terminal (dänisch: check ud). Über ein Tonsignal erfährt der Nutzer (und der Busfahrer!), ob die Karte erfolgreich gelesen wurde. Die Terminals haben auch kleine Displays, auf denen z.B. beim Ausschecken der Reisepreis angezeigt wird, aber auch Fehlermeldungen. Das System ist nicht auf Busse beschränkt, auch Züge, S-Bahnen und die Metro in Kopenhagen sind angeschlossen. Bei Schienenfahrzeugen sind die Terminals allerdings nicht im Wagon, sondern auf dem Bahnsteig.

Fotos von Rejsekort-Terminals in Kopenhagen
Rejsekort-Terminals auf einem Bahnsteig in Kopenhagen

Auch für Ausländer

Warum ist die Rejsekort auch für Touristen interessant? Nun, die Fahrpreise sind laut der Rejsekort-Webseite immer günstiger als ein Einzelkauf eines Fahrscheins. Beispiel: Die Strecke Gedser – Nykøbing, die ich öfters fahre, kostet beim Busfahrer 48 Kronen, mit der Rejsekort aber nur 20,80 Kronen, also mehr als die Hälfte weniger! Die Ersparnis ist nicht immer so hoch. Allerdings können andere Optionen, wie z.B. eine Copenhagen-Card je nach Nutzung dennoch die günstigere Lösung sein. Denn hier sind neben allen Fahrten im Raum Kopenhagen auch der Eintritt in viele Museen und andere Attraktionen inklusive.

Det er altid billigere at vælge rejsekort end enkeltbilletter.

rejsekort.dk

Rejsekort anonymt

Es gibt verschiedene Typen der Rejsekort, für Touristen ohne Wohnsitz in Dänemark kommt prinzipiell nur die sogenannte anonyme Karte in Frage („rejsekort anonymt„). Sie kann leider nur per Automat mit Guthaben befüllt werden. Rejsekort-Automaten befinden sich, soweit mir bekannt, an allen Bahnhöfen, in Kopenhagen z.B. auch an Metro-Stationen. Die Automaten können das vorhandene Guthaben und die zuletzt getätigten Reisen auch anzeigen. Die anonyme Karte ist übertragbar und kann in diversen Verkaufsstellen für aktuell 80 Kronen erworben werden. Sie muss vor Reiseantritt ein Mindestguthaben von 70 Kronen aufweisen. Für eine Reise zwischen den Landesteilen ist hingegen ein Mindestguthaben von 600 Kronen erforderlich. Außerdem muss die Karte via Automat in einen speziellen Modus für diese Fernreisen gebracht werden. Als Landesteile gelten hierbei Seeland (inkl. Falster, Lolland und Møn), Fünen, Süd-, Mittel- und Nordjütland.

Rejsekort-Automat im Bahnhof von Nykøbing Falster

Es können übrigens auch mehrere Personen (oder eine Person mit Fahrrad) auf einer Rejsekort fahren. Hierfür gibt es spezielle Check-In-Terminals an Bahnhöfen, die entsprechende Zusatztasten haben. Auch Rejsekort-Automaten sind in der Lage, mehrere Personen einzuchecken.

Fazit

Zusammengefasst sehe ich die Vorteile der Rejsekort darin, dass die Reisen günstiger sind und dass man sich mit dem Thema Fahrkarten-Beschaffung überhaupt nicht mehr befassen muss. Der Reisende muss eigentlich nur dafür sorgen, dass genug Guthaben auf der Karte ist. Und auch ganz wichtig: Auschecken nicht vergessen, dies ist einer der größten Kritikpunkte, der mir im Netz aufgefallen ist. Ich habe die anonyme Karte seit diesem Jahr und habe sie z.B. auf meiner letzten Nykøbing-Reise eingesetzt. Dadurch habe ich in Summe weniger bezahlt als mit einem Interkombi-Ticket.

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Über den Autor

Markus Jasinski

Markus Jasinski ist ein Rostocker Unternehmer, Naturwissenschaftler, IT-Spezialist, Autor, Dänemark-Fan, überzeugter Radfahrer und nicht zuletzt „Computer Geek“ und Smart-Home-Enthusiast. Sein erstes iPhone kaufte der promovierte Naturwissenschaftler im Jahre 2008, kurze Zeit später wurde er dann auch zum Mac-Nutzer. Nach und nach gesellten sich iPad, Apple TV und Apple Watch hinzu.

Um diese vielfältigen Interessen und Aktivitäten "unter einen Hut" zu bekommen befasst sich der gebürtige Westfale seit über zehn Jahren mit den Themen Selbstorganisation und Aufgabenmanagement, die ebenfalls ein Schwerpunkt dieses Blogs sind.

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