Apple

Siri und die Privatsphäre

Foto von Siri auf dem iPhone

Das Thema Privatsphäre bei digitalen Assistenten rief in den letzten Wochen ein größeres Medienecho hervor. Auch Apple ist mit Siri Teil dieser Diskussion. Die Kalifornier werben ja gerne mit dem Thema „Privacy“, hatten aber Vertragsarbeiter im Einsatz, welche die Audio-Mitschnitte für Qualitätsverbesserungen angehört haben. Selbst wenn diese keinen Namen oder eine Apple-ID zu der Aufzeichnung angezeigt bekommen, gäbe es hier beispielsweise bei markanten Stimmen prominenter Nutzer ein Problem.

Apple macht daher jetzt einen radikalen Schnitt: Es findet derzeit keine Auswertung von Audio-Aufzeichnungen mehr statt. Den entsprechenden Mitarbeiter wurde sogar gekündigt. Außerdem hat der iPhone-Konzern heute eine Pressemitteilung und einen FAQ-Artikel publiziert, welche den künftigen Umgang mit Siri-Daten erläutern.

Cupertino reagiert

Zunächst einmal stellt Apple klar, dass sie zur Identifizierung eines Nutzers eine zufällige Zeichenkette nutzen. Diese wird nach sechs Monaten sogar entfernt. Gleichzeitig geben sie zu, dass Siri bisher nicht ihren hohen Privacy-Ansprüchen gerecht wurde. Sie entschuldigen sich sogar dafür. Dies sind die geplanten Verbesserungen:

First, by default, we will no longer retain audio recordings of Siri interactions. We will continue to use computer-generated transcripts to help Siri improve.


Second, users will be able to opt in to help Siri improve by learning from the audio samples of their requests. We hope that many people will choose to help Siri get better, knowing that Apple respects their data and has strong privacy controls in place. Those who choose to participate will be able to opt out at any time.


Third, when customers opt in, only Apple employees will be allowed to listen to audio samples of the Siri interactions. Our team will work to delete any recording which is determined to be an inadvertent trigger of Siri.

Apple-Pressemitteilung

Das geht IMHO alles in die richtige Richtung. Die neuen Dokumente enthalten auch einfache und klare Formulierungen. Allerdings hat die Sache einen kleinen Beigeschmack. Wenn „Privacy“ eine so zentrale Rolle spielt, wie Apple vorgibt, sollten solche Änderungen nicht erst das Ergebnis entsprechender Berichterstattung sein.

Digitale Assistenten sind eine wunderbare Sache. Sie haben meiner Meinung nach eine große Zukunft. Wir stehen immer noch erst am Anfang ihrer Entwicklung. Es ist gut, wenn dabei die Privatsphäre von vorne herein ein Thema ist.

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Über den Autor

Markus Jasinski

Markus Jasinski ist ein Rostocker Unternehmer, Naturwissenschaftler, IT-Spezialist, Autor, Dänemark-Fan, überzeugter Radfahrer und nicht zuletzt „Computer Geek“ und Smart-Home-Enthusiast. Sein erstes iPhone kaufte der promovierte Naturwissenschaftler im Jahre 2008, kurze Zeit später wurde er dann auch zum Mac-Nutzer. Nach und nach gesellten sich iPad, Apple TV und Apple Watch hinzu.

Um diese vielfältigen Interessen und Aktivitäten "unter einen Hut" zu bekommen befasst sich der gebürtige Westfale seit über zehn Jahren mit den Themen Selbstorganisation und Aufgabenmanagement, die ebenfalls ein Schwerpunkt dieses Blogs sind.

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