Apple Dänemark

Angetestet: Drops-App

Foto von Regentropfen auf einer Fensterscheibe

Ich nutze meine Apple-Geräte täglich zum Lernen von Sprachen, konkret gesagt für Dänisch. Meine hierfür genutzten Apps habe ich bereits in einem Artikel ausführlich vorgestellt. In diesem Zusammenhang schaue ich mir natürlich auch regelmäßig neue Applikationen an. In den vergangenen Monaten habe ich ”Drops“ getestet.

Bei Drops (Basisversion kostenlos, iPhone und iPad, App-Store-Link) liegt der Schwerpunkt auf Vokabeln und ein paar wichtigen Redewendungen. In der Basisversion kann der Nutzer alle 10 Stunden 5 Minuten kostenlos trainieren. Das Thema kann man aus einem sehr großen Spektrum wählen. Die Wörter sind immer mit Icon-artigen Bildern verknüpft. Das soll das Einprägen der Begriffe erleichtern. Pro Unterthema stellt Drops eine bestimmte Anzahl neuer Wörter vor. Sie tropfen von oben in die App, daher auch der Name.

Trainiert werden die Wörter durch Multiple-Choice (1 aus 2 oder aus 4) oder Schreibaufgaben. Ähnlich wie Duolingo drängt die App zum täglichen Üben. Der Benutzer soll eine möglichst lange Strähne aufbauen. Ab fünf Tagen gibt es Zusatzsekunden (bis zu 5 Minuten) als Belohnung. Somit sind dann auch etwas längere Trainingseinheiten möglich. Als weiterer Ansporn kann der User verschiedene Wissensstufen erlangen. Sie hängen von der Anzahl der gelernten Wörter ab: Einsteiger, Anfänger, Tourist und Plauderer. Dank meiner Vorkenntnisse habe ich die Stufe „Plauderer“ recht schnell erreicht.

The Good

Mein Eindruck von der App ist durchwachsen. Fangen wir mal mit dem Positiven an: Es stehen über 30 Sprachen zur Verfügung und die Unterrichtssprache ist Deutsch. Duolingo bietet exotischere Sprachen wie Dänisch nur in Englisch an. Das Arbeiten mit den Icon-artigen Bildern halte ich tatsächlich für sinnvoll und hilfreich. Und die Übungen machen durchaus Spaß und die App animiert zur täglichen Nutzung. Außerdem sollte wirklich jeder die fünf Minuten Zeit pro Tag haben, die App überfordert ihre Nutzer also nicht.

The Bad

Leider habe ich aber auch einige gewichtige Negativpunkte: Der Schwerpunkt liegt eindeutig bei Vokabeln. Grammatik spielt so gut wie keine Rolle. Das Arbeiten mit vollständigen Sätzen findet so gut wie nicht statt. Wie man so zum „Plauderer“ werden soll erschließt sich mir nicht. Ein Nutzer, der ausschließlich mit Drops lernt, dürfte große Schwierigkeiten haben, Sätze zu bilden. Bei den Vokabeln liegt der Schwerpunkt auch ganz eindeutig bei den Substantiven. Das reicht IMHO nicht aus.

Und bei den Substantiven wird dann – zumindest bei Dänisch – noch ein gewichtiger Fehler gemacht. Neue Wörter werden so vorgestellt (Beispiel): „brød – das Brot“. Das ist schlicht und einfach falsch. Im Dänischen gibt es zwei Artikel „en“ und „et“, die im bestimmten Fall an das Wort angehängt werden. In unserem Beispiel müsste es „brødet – das Brot“ heißen (oder „brød = Brot“). Und da es eben zwei Artikel gibt, müssen diese zwingend mitgelernt werden. Ohne den richtigen Artikel kann ein Sprachschüler die Wörter nicht korrekt in ganze Sätze einbauen.

Fazit

Unter dem Strich überwiegen hier für mich eher die negativen Punkte. Daher möchte ich derzeit keine Empfehlung für „Drops“ aussprechen, zumindest was die dänische Sprache betrifft. Möglicherweise funktioniert sie für Englisch besser, da es hier nur einen Artikel gibt. Aber dies ist ja nicht mein einziger Kritikpunkt. Wer eine App zum täglichen Üben sucht, ist derzeit IMHO mit Programmen wie Duolingo besser bedient.

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Über den Autor

Markus Jasinski

Markus Jasinski ist ein Rostocker Unternehmer, Naturwissenschaftler, IT-Spezialist, Autor, Dänemark-Fan, überzeugter Radfahrer und nicht zuletzt „Computer Geek“ und Smart-Home-Enthusiast. Sein erstes iPhone kaufte der promovierte Naturwissenschaftler im Jahre 2008, kurze Zeit später wurde er dann auch zum Mac-Nutzer. Nach und nach gesellten sich iPad, Apple TV und Apple Watch hinzu.

Um diese vielfältigen Interessen und Aktivitäten "unter einen Hut" zu bekommen befasst sich der gebürtige Westfale seit über zehn Jahren mit den Themen Selbstorganisation und Aufgabenmanagement, die ebenfalls ein Schwerpunkt dieses Blogs sind.

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