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Netatmo-Wetterstation

Netatmo-Wetterstation

Eine Wetterstation der Marke Netatmo gehört zu den ältesten Komponenten meines Smart Homes. Im Gegensatz zu einer klassischen Wetterstation, bei der die Daten direkt auf einem Display am Gerät abgelesen werden, ist dieses System mit dem Internet verbunden. Es hat kein Display, stattdessen gibt es Apps oder eine Webseite, um die Wetterdaten einzusehen. Darüber hinaus stellt Netatmo Programmierschnittstellen zur Verfügung, um die Daten mit Hilfe eigener Programme oder Smart-Home-Zentralen abzurufen.

Das System ist modular aufgebaut. Es gibt ein Hauptmodul, welches für den Innenbereich gedacht ist. Nur dieses Modul benötigt einen Stromanschluss, alle anderen arbeiten mit Batterien. Es werden folgende Daten erfasst: Temperatur, Feuchtigkeit, Luftqualität und Lautstärke. Wie die meisten Netatmo-Module kommt es in Form eines eleganten Aluminium-Zylinders mit weißer Kappe (s. Foto).

Foto des Netatmo-Hauptmoduls
Netatmo-Hauptmodul

Der Leuchtstreifen, welcher im Foto zu sehen ist, wird für verschiedene Dinge genutzt. Tippt man oben auf die Kappe, zeigt dieser die Luftqualität an (grün gleich gut, gelb gleich mittel und rot gleich schlecht). Unter Luftqualität versteht Netatmo den Kohlendioxid-Gehalt im Zimmer. Kohlendioxid entsteht beim Ausatmen. Daher steigt die Konzentration, wenn sich Personen im Raum aufhalten und nicht gelüftet wird. Um hier genaue Werte zu erhalten, muss der Sensor gegen ein gelüftetes Zimmer kalibriert werden, was mit Hilfe der App erledigt werden kann.

Zum Lieferumfang der Wetterstation gehört neben diesem Hauptmodul ein batteriebetriebenes Außenmodul. Es ist ebenfalls in einem, allerdings etwas kleinerem, Aluminium-Zylinder untergebracht. Das Modul misst Temperatur, Feuchtigkeit und Luftdruck. Ich habe das Außenmodul auf meinem Balkon positioniert. Um es vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen, habe ich es in einem weißen Schutzgehäuse (Amazon-Link) untergebracht. Dieses ist oben im Titelfoto zu sehen und kann leicht mit Kabelbinder am Geländer befestigt werden.

Regenmesser

Im gleichen Foto ist auch mein Regenmesser zu sehen. Dieser kann als Zusatzmodul erworben werden. Er liefert zwei zusätzliche Messwerte, Niederschlag in der letzten Stunde und die gesamte Regenmenge des aktuellen Tages. Ich habe ihn mit Hilfe einer Manfrotto-Klemme (Amazon-Link) ebenfalls am Geländer befestigt. Dazu verfügt der Regenmesser über ein Standard-Stativgewinde.

Windmesser

Es gibt auch einen Windmesser, den ich allerdings nicht besitze. Er müsste, um vernünftige Werte zu liefern, so angebracht werden, dass er von allen Seiten gut zugänglich ist. Ideal wäre z.B. mit Hilfe einer Stange auf dem Dach. Das kann ich bei mir leider nicht realisieren.

Innenmodule

Möchte man die Daten weiterer Räume erfassen, können zusätzliche Innenmodule erworben werden. Diese sind optisch ähnlich zum Außenmodul (haben aber zusätzlich einen Leuchtstreifen wie das Hauptmodul) und werden ebenfalls über eine Batterie mit Strom versorgt. Jedes Innenmodul mißt Temperatur, Feuchtigkeit und Luftqualität. Maximal drei Innenmodule sind insgesamt möglich.

Apps

Da die Aluminium-Zylinder keinerlei Displays haben, ist die Netatmo-App (iPhone und iPad, auch für Android erhältlich, App-Store-Link) zum Ablesen der Daten sehr wichtig. Man könnte dazu auch die Netatmo-Webseite benutzen, aber für das Einrichten und die Konfiguration der Station ist sie unverzichtbar.

Auf dem Startbildschirm zeigt die App oben die aktuellen Werte des Außenmoduls und unten die des Hauptmoduls. Die weiteren Innenmodule sind über Wischgesten erreichbar. In der Mitte stellt Netatmo uns sogar eine Wettervorhersage bereit, so dass man grundsätzlich keine weitere Wetter-App benötigt.

Screenshot der Hauptansicht der iPhone-App
Hauptansicht der iPhone-App

Über ein Menü sind die Einstellungen sowie die historischen Daten unserer Wetterstation abrufbar:

Screenshot eines Messwertverlaufs in der Netatmo-App
Verlauf der Luftfeuchtigkeit außen in 2019

In den Einstellungen können wir den Batteriestand der einzelnen Module überprüfen. Dort legen wir auch fest, ob die Daten unseres Außenmoduls öffentlich zugänglich sein sollen. Aus den öffentlichen Daten baut Netatmo eine faszinierende Weltkarte mit den Messwerten von vielen Tausend Stationen:

Screenshot der Karte mit den Daten aller öffentlichen Außenmodule
Karte mit den Daten aller öffentlichen Außenmodule

Die Karte ist auch über das Web zugänglich und meine Station ist natürlich mit von der Partie.

API

Abgerundet wird das Produkt durch seine Programmierschnittstelle. Hierdurch werden die Daten auch anderen Systemen zugänglich. Bessere Wetter-Apps, wie z.B. „WeatherPro“, erlauben, die eigene Station als Favoriten-Standort einzubinden. Viele Smart-Home-Systeme haben ebenfalls eine Anbindung an Netatmo und können die Module u.a. als Temperatur-Sensor nutzen, etwa um eine smarte Heizung zu steuern. Mein Smart-Home benachrichtigt mich z.B. optisch und akustisch, wenn Temperaturen oder Kohlendioxid-Werte zu hoch sind, sowie wenn es anfängt zu regnen. Die Schnittstelle ermöglicht es mir sogar, die Werte meiner Außenstation hier auf der Homepage anzuzeigen. Sie sind am rechten Rand aller Seiten der Kategorien „Allgemeines“ und „Smart Home“ zu finden (bei Geräten mit kleinem Bildschirm unten kurz vor Seitenende).

Alexa-Skill

Über „Amazon Echo“ können die Daten auch per Sprachsteuerung abgerufen werden. Die Außentemperatur erhalte ich z.B. mit dem Befehl: „Computer, frage Netatmo nach der Temperatur außen“. Eine Integration in HomeKit steht zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels noch aus.

Fazit

Netatmo liefert hier ein vielseitig nutzbares und erweiterbares Paket, welches bei mit seit vielen Jahren zuverlässig im Einsatz ist. Der Einstiegspreis für Haupt- und Außenmodul liegt derzeit offiziell bei 170 Euro, es gibt aber immer wieder Sonderangebote, z.B. zum „Black Friday“.

Über den Autor

Markus Jasinski

Markus Jasinski ist ein Rostocker Unternehmer, Naturwissenschaftler, IT-Spezialist, Autor, Dänemark-Fan, überzeugter Radfahrer und nicht zuletzt „Computer Geek“ und Smart-Home-Enthusiast. Sein erstes iPhone kaufte der promovierte Naturwissenschaftler im Jahre 2008, kurze Zeit später wurde er dann auch zum Mac-Nutzer. Nach und nach gesellten sich iPad, Apple TV und Apple Watch hinzu.

Um diese vielfältigen Interessen und Aktivitäten "unter einen Hut" zu bekommen befasst sich der gebürtige Westfale seit über zehn Jahren mit den Themen Selbstorganisation und Aufgabenmanagement, die ebenfalls ein Schwerpunkt dieses Blogs sind.

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