Smart Home

Aktueller Stand meines Smart-Homes

Smarthome-Control

Im Laufe der letzten zwei bis vier Jahre hat sich hier einiges an Smart-Home-Technik angesammelt, so dass ich heute mal einen entsprechenden Überblick geben möchte. Ausnehmen will ich hierbei aus Gründen ausdrücklich die sicherheitstechnischen Einrichtungen, die den Einbruchsschutz betreffen. Obwohl ich ja Apple-Fan bin, spielt Apples HomeKit bei mir, wie der Artikel zeigen wird, so gut wie kein Rolle. Das liegt zum einen daran, dass viele meiner Geräte nicht HomeKit-fähig sind und dass die Spracherkennung meiner Echos (s.u.) wirklich hervorragend funktioniert. Man könnte auch sagen „too little – too late“. Ich denke auch nicht, dass mit HomeKit derzeit der Automatisierungsgrad erreicht werden kann, über den ich momentan verfüge.

Genug der Vorrede, hier sind meine einzelnen Komponenten:

Postmelder

Ich sag immer: „Smart Home fängt draußen am Briefkasten an“. Meinen Postmelder, der mir anzeigt, dass etwas in den Briefkasten geworfen wurde, habe ich bereits in einem früheren Artikel vorgestellt.

Lampen

Damit hat eigentlich alles angefangen. Inzwischen ist die gesamte Wohnung mit Philips-Hue-Lampen ausgestattet, es findet sich sowohl die E27- als auch die GU10-Variante. Dazu kommen noch vier Hue-Bloom-Strahler, die verschiedene Wandflächen in bestimmte Farben tauchen können, sowie eine LED-Leiste unterm Küchenhängeschrank. Ich genieße es immer noch sehr, abends auf dem Sofa zu sitzen und jeden Raum in einer anderen Farbe leuchten zu sehen. Für mich ist das irgendwie entspannend.

Foto der Abendstimmung mit Philips Hue
Abendstimmung mit Philips Hue

(Licht-)Schalter

Bei smarten Glühbirnen sind ja die klassischen Lichtschalter immer eingeschaltet. Meistens steuere ich die Beleuchtung per Sprache (dazu später mehr), es gibt aber auch ein paar schlaue Schalter. Derzeit habe ich drei Varianten davon im Einsatz. Der Hue-Tap ist ein Puck-förmiges Gerät, welches aus vier Schaltern besteht (drei kleine und der Rest ist ein großer), die entsprechend mit vier Szenen belegt werden können. Man kann den Tap einfach auf einen Tisch legen oder an der Wand befestigen.

Foto des Hue Tap
Hue Tap

Das Hue-Dimmer-Kit ist ein Schalter, der zum an die Wand kleben oder schrauben gedacht ist, dessen Mittelteil mit den Knöpfen man aber auch herausnehmen kann. Er hat vier Knöpfe: „ein“, „aus“, „heller“ und „dunkler“. Ich nutze ihn, um die Beleuchtung im Wohnzimmer zu steuern. Sowohl Tap als auch Dimmer-Kit sprechen direkt mit der Hue-Bridge.

Hue-Dimmer über einem klassischen Lichtschalter
Hue-Dimmer über einem klassischen Lichtschalter

Am häufigsten verwende ich die sogenannten Pop-Schalter von Logitech, von denen habe ich nach und nach 15 Stück erworben. Diese sind zum Aufkleben an Wände oder Möbel gedacht und können dreifach belegt werden (Klick, Doppelklick und lange drücken), wobei jeweils noch festgelegt werden kann, dass eine Aktion ein- und anschließend wieder ausschaltet. Die Schalter benötigen eine eigene Bridge und können u.a. mit Philips Hue, SmartThings (s.u.) und IFTTT sprechen. Es gibt ein Starter-Kit mit Bridge und zwei Schaltern sowie einzelne Schalter in verschiedenen Farben zu kaufen. Dank der SmartThings- und IFTTT-Integration kann man mit den Pop-Schaltern viel mehr machen, als nur Licht steuern: Geräte ein- und ausschalten, „Guten Morgen“ twittern, Dinge auf die Einkaufsliste setzen und vieles mehr. Nur der Einzelpreis von rund 40 EUR ist da ein wenig hemmend. Nach meiner Erfahrung arbeiten sie zuverlässig, man sollte aber die zugehörige Bridge möglichst nah an einen WLAN-Router oder -Repeater platzieren. Die Schalter kleben einfach überall, ich hab sogar einen unter der Wohnzimmer-Tischplatte, der u.a. für das Einschalten der „Kinobeleuchtung“ zuständig ist. Ich hab vorsichtshalber schon mal recherchiert, aber eine Obergrenze für die Schalterzahl scheint es nicht zu geben.

Foto von einem Logitech-Pop-Schalter neben einem klassischem Lichtschalter
Logitech-Pop-Schalter (links) neben klassischem Lichtschalter (rechts)

Logitech Harmony

Logitech-Harmony ist eine Art Universalfernbedienung, die über einen Hub Tausende von Geräten per Infrarot, WLAN oder Bluetooth fernsteuern kann. Als Interface gibt es eine beleuchtete physikalische Fernbedienung mit Display, eine Smartphone- und Tablet-App, sowie die Möglichkeit Geräte auch per IFTTT zu steuern.

Sonos-Soundsystem

Alle Zimmer verfügen über mindestens einen Sonos-Lautsprecher, die ich zur Ausgabe von Musik, Radiosendungen oder Podcasts nutze. Zusätzlich hat das Smart Home darüber die Möglichkeit, mir akustisch etwas mitzuteilen („Text-2-Speech“). Dazu später mehr. Auch mein Fernseher ist an das Sonos-System angeschlossen, so dass der TV-Ton auf beliebig viele dieser Lautsprecher übertragen werden kann. Zwei meiner Sonos-Boxen sind AirPlay-2-fähig, so dass iOS- oder Mac-Apps ihr Audio ebenfalls an das ganze System übertragen können. Die Musikwiedergabe kann auf verschiedene Weise gesteuert werden, über die Sonos-App, über einige meiner Logitech-Pop-Schalter sowie auch über Sprachsteuerung.

Sonos Beam
Sonos Beam Smart-Speaker

Raspberry Pi

Es ist sehr vorteilhaft für ein Smart Home, die ganze Zeit einen Computer laufen zu haben. Dieser kann alle Steuerungsaufgaben erledigen, die so mit der Smart-Home-Zentrale nicht möglich sind. In vielen Fällen, so auch bei mir, reicht dazu ein „Rapsberry Pi“ völlig aus. Dieser ist nicht viel größer als eine Zigarettenschachtel und hat nicht mal eine Festplatte, sondern läuft in meinem Fall mit einer 16GB-Micro-SD-Karte. Linux-Kenntnisse sind bei Einrichtung und Nutzung auf jeden Fall von Vorteil. Auf die einzelnen Funktionen des Mini-Computers in meinem zu Hause gehe ich im Laufe des Artikels ein.

Netatmo-Wetterstation

Diese Wetterstation mit Internet-Anbindung erfasst eine Reihe von Messwerten in verschiedenen Zimmern und hat auch ein sonnengeschützt angebrachtes Außenmodul. Gemessen werden Temperatur, Luftfeuchtigkeit und -druck, sowie innen auch CO2-Gehalt der Luft und Geräuschpegel. Mit Hilfe meine Smart-Home-Zentrale (s.u.) sind einige Alarmierungen per Benachrichtigung definiert, z.B. falls der Kohlendioxid-Gehalt so hoch ist, dass gelüftet werden muss. Die wichtigsten Daten werden auch abwechselnd mit anderen Informationen auf meinem Smart-Display (ebenfalls s.u.) angezeigt. Netatmo bietet eine Entwickler-Schnittstelle an, so dass die Daten auch in anderen Programmen wie „Weather Pro“ oder in der Menüleiste meines Macs angezeigt werden können. Mit Hilfe der Netatmo-App kann alles auch im Nachhinein ausgewertet werden.

Foto des Netatmo-Hauptmoduls
Netatmo-Hauptmodul

Für den Außenbereich kann zusätzlich zum allgemeinen Außensensor ein Regenmesser erworben werden. Auch dieser spricht zum Glück mit meiner Smart-Home-Zentrale. So erfolgt bei mir über diese eine automatische Lautsprecher-Ansage, sobald Niederschlag gemessen wird.

Foto des Netatmo-Regensensors
Links der Regensensor, rechts der Behälter mit dem allgemeinen Außensensor

Schaltbare Steckdosen

Ich besitze rund zehn über meine Smart-Home-Zentrale schaltbare Steckdosen. Ein Teil davon dient dazu, vor allem Lampen wie z.B. mein Leuchtglobus, meine Leselampe oder meine Vitrine der Sprachsteuerung zugänglich zu machen. Ansonsten sind die Steckdosen dafür gedacht, dass Geräte in der Nacht und bei Abwesenheit keinen unnötigen Standby-Strom ziehen, wobei bei Abwesenheit noch mehr ausgeschaltet wird als nachts.

Rauchmelder

In der Wohnung befinden sich insgesamt drei Nest-Protect-Rauchmelder. Diese sind untereinander vernetzt, so dass bei Problemen immer über alle Rauchmelder alarmiert wird. Zusätzlich erhält man Benachrichtigungen auch auf dem Smartphone, daher schlagen Alarme auch dann auf, wenn man unterwegs ist. Die Nest-Protects alarmieren nicht nur bei Rauch, sondern können auch Kohlenmonoxid detektieren. Die Rauchmelder haben unten ein Leuchtring (ähnlich dem Amazon Echo), der verschiedenste Dinge tun und signalisieren kann. Im Alarmfall leuchtet er natürlich rot, aber wenn man z.B. in der Nacht das Licht ausschaltet, leuchtet er kurz in grüner Farbe. Das soll signalisieren: „Hey, ich funktioniere und passe auf.“ Dafür bleibt einem dann das ständige rote Blinken einer LED wie bei klassischen Rauchmeldern erspart. Man kann einen Nest-Rauchmelder sogar so konfigurieren, dass er als Nachtlicht dient, in diesem Fall leuchtet der Ring für eine kurze Zeit in weißer Farbe. Möglich wird das, weil die Geräte über integrierte Bewegungsmelder verfügen. Bei meinem Rauchmelder im Flur nutze ich diese praktische Funktion.

Schön an den Nests ist auch, dass per Sprachausgabe mit den Bewohnern kommuniziert wird. So gibt es z.B. einen Countdown bei der Testfunktion oder die Ansage des betreffenden Raums im Alarmfall. Nest-Protects lassen sich mit den Hue-Leuchten verknüpfen. So blinken im Alarmfall die Hue-Lampen rot und stellen sich anschließend auf ein gedimmtes Rot, der besten Farbe, um sich in verrauchten Räumen zurechtzufinden. Hoffentlich werde ich das nie erleben!

Foto eines Nest-Rauchmelders mit Leuchtring
Nest-Rauchmelder mit Leuchtring

Sensoren

In meiner Wohnung gibt es eine Menge Tür- und Fenster-Sensoren sowie Bewegungsmelder. Wie eingangs erwähnt schreibe ich nichts zu den Sicherheitsaspekten, dennoch ist es natürlich unterwegs allein schon gut zu wissen, ob man z.B. alle Fenster geschlossen hat. Ein Wasser-Sensor im Badezimmer alarmiert mich, falls dort eine Überschwemmung auftreten sollte.

Smart-Schlafsystem

Die smarte Technik macht auch vorm Schlafzimmer keinen Halt. Mein Withings-Aura-Schlafsystem hat mehrere Funktionen. Es ist erstmal eine Nachttischlampe mit dezenter Uhrzeitanzeige, die sich automatisch der Helligkeit des Raumes anpasst. Als Einschlafhilfe gibt es ein Programm, welches die Lampe rot leuchten läßt und immer leiser werdende beruhigende Musik spielt. Das hat den wissenschaftlichen Hintergrund, dass Licht im rötlichen Bereich müde macht. Die Weckfunktion kann für jeden Tag flexibel programmiert werden und macht genau das Gegenteil. Sie spielt anregende Musik und taucht den Raum in ein blaues Licht. Bläuliches Licht hat wiederum wachmachende Eigenschaften. Zusätzlich ist ein Sensor angeschlossen, der in Form einer Matte unter der Matratze liegt. Dieser zeichnet den Schlaf auf, so dass man sein Schlafverhalten auswerten und optimieren kann. Die Daten werden auch an die Health-App vom iPhone weitergegeben, können aber natürlich ausführlicher in der Withings-App eingesehen werden.

Foto des Withings Aura im Nachttischlampen-Modus
Withings Aura im Nachttischlampen-Modus
Withings-App mit beispielhafter Schlafanalyse

Saugroboter

Ein Vorwerk-Saugroboter kümmert sich seit über zwei Jahren zuverlässig um die Reinigung der Fußböden. Hier mein Blog-Artikel dazu.

Foto des Vorwerk-Saugroboters
Vorwerk-Saugroboter

Wischroboter

Für alle Flächen, die gewischt werden müssen, sei es trocken oder feucht, ist dieser kleine Kerl zuständig. Ich habe ihn in diesem Artikel vorgestellt.

iRobot Braava Wischroboter
iRobot Braava Wischroboter

Smart-Home-Zentrale

Der SmartThings-Hub von Samsung ist quasi das Herzstück meines Smart Homes. Das Gerät ist etwa so groß wie ein Apple TV 3. Generation, hängt direkt am Ethernet und spricht WLAN, Z-Wave und Zigbee. Dadurch kann sich die Box mit vielen Geräten und Sensoren, die für Smart Homes relevant sind, verbinden. Der Smart-Hub selbst wird über mein iPhone bedient und konfiguriert. Dort kann ich jederzeit den Status der Wohnung einsehen und auch Änderungen vornehmen, z.B. Lichter oder Steckdosen ein- und ausschalten. Hier kann ich auch Automatisierungen erstellen, die das Leben leichter machen, dazu später mehr. Geht etwas nicht mit Bordmitteln, kann man sogar sogenannte SmartApps schreiben oder fertige installieren, die die Fähigkeiten des Systems erweitern. Grundsätzlich unterscheidet der Hub drei Zustände: anwesend, abwesend und Nacht. Für einige Regeln und Automatisierungen ist es sehr nützlich, dass man „anwesend“ von „Nacht“ unterscheiden kann, auch dazu später mehr. Die Anwesenheit kann mit sogenannten Anwesenheitssensoren, von denen idealerweise jeder Bewohner einen bekommt, festgestellt werden. So ein Anwesenheitssensor kann z.B. ein Smartphone sein, Samsung verkauft aber auch dedizierte Sensoren, die man sich ans Schlüsselbund hängen kann. Letztendlich ermöglichen diese Sensoren z.B. festzulegen, was passieren soll, wenn der letzte das Haus verlassen hat. Leider gab es zum Kaufzeitpunkt die SmartThings-Produkte, obwohl sie hier einwandfrei funktionieren, nicht in Deutschland. Ich habe sie daher bei amazon.co.uk bestellt. Inzwischen scheint aber auch amazon.de zumindest den Hub zu führen. Kompatible Z-Wave-Sensoren, z.B. für Türen oder Fenster, kann man aber schon immer ganz normal von anderen Herstellern hier erwerben. Der Hub selber gehört mit seinem Preis von rund 100 Euro zu den vergleichsweise günstigen Smart-Home-Zentralen.

Screenshot einer Einzelraumansicht in der SmartThings-App
Screenshot der SmartThings-App (Einzelraumansicht)
Screenshot der Startseite der SmartThings-App
Screenshot der SmartThings-App (Startseite)

Neben der App nutze ich auch noch ein fest installiertes altes iPad, um das System abzufragen oder zu steuern, wobei jede Komponente als Kachel dargestellt wird. Ein Foto davon zeigt das Titelbild dieses Artikels.

Für die Automatisierungen in SmartThings nutze ich in vielen Fällen die sogenannte „web Community’s own Rule Engine“, kurz „webCoRE“ (Link zum Wiki). Diese ermöglicht es mit einer sehr simplen Skriptsprache direkt über einen Webbrowser sehr mächtige Automatisierungen, die „Piston“ genannt werden, zu schreiben. Die browserbasierte IDE ist so einfach zu bedienen, dass man nicht einmal unbedingt ein Profi sein muss, um die Dinge zu automatisieren. Zum Beispiel nutze ich dieses Piston, um ein altes iPad, welches ich zu Steuerungszwecken an der Wand hängen habe (s. Titelfoto), zweimal pro Woche automatisch zu laden, indem die zugehörige Z-Wave-Steckdose nachts eingeschaltet wird:

Screenshot eines webCoRE-Skriptes

Das ist ein relativ einfaches Skript, aber man sieht schon wie es prinzipiell funktioniert. Es gibt Anweisungen, Bedingungen, Blöcke, Auslöser, Timer, Variable usw., die man so zusammenbaut, wie man es braucht. Keine dieser Zeilen muss übrigens geschrieben werden, alles wird über Dialoge zusammengeklickt:

Screenshot eines WebCoRE-Bedingungsdialogs

Die verschiedenen Stati des Smart-Homes, z.B. „Home“, „Night“ oder „Away“ können in Bedingungen mit einfließen.

Man kann sogar HTTP-Aufrufe starten, was sehr nützlich ist. Ich komme später darauf zurück. Mit Hilfe einer kryptischen URL können webCoRE-Skripte sogar von außerhalb angestoßen werden, was u.a. ein Anbindung an Dienste wie IFTTT oder sogar Siri-Kurzbefehle ermöglicht. Inzwischen habe ich rund 50 dieser Pistons, die hier für einen Großteil der Automatisierungen zuständig sind.

Sprachinterface

Amazons Echo ist das zentrale Sprachinterface meiner Wohnung. Endgeräte stehen in allen Zimmern zur Verfügung. Seit kurzem gibt es auch für Deutschland einen SmartThings-Skill, was die Sprachsteuerung der meisten meiner Geräte direkt ermöglicht. Zuvor musste ich hierfür Umwege gehen, z.B. über den sogenannten IFTTT-Dienst. Mit entsprechenden Sprachbefehlen werden bei mir u.a. folgende Aktionen gesteuert:

  • Steuerung der Beleuchtung, inklusive dreier Lampen, die an schaltbaren Steckdosen hängen
  • Ein- und Ausschalten des Fernsehers und der Stereoanlage
  • Ein- und Ausschalten von Z-Wave-Steckdosen
  • Abfrage von Netatmo-Daten, z.B. der Außentemperatur (s.o.)
  • Hinzufügen von Artikeln zur Einkaufsliste
  • Abspielen von Musik- und Radiostreams

Dazu kommen noch eine ganze Reihe weiterer Echo-Skills und -Features, wie das Abfragen der Abfallabholtage, die Abfrage von Nahverkehrsplänen und Öffnungszeiten, Nachrichten, Wetter usw. usw.

Amazon Echo
Amazon Echo

Smart-Display

Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass ein Smart Home auch die Möglichkeit haben sollte, mir optisch etwas mitzuteilen, ohne dass ich dabei aufs Smartphone schauen muss. Als ich kürzlich auf das LaMetric-Display gestossen bin, war mir schnell klar, dass es genau das ist, was ich gesucht habe. Das etwa 20 cm lange und 6 cm hohe, teils farbige Display zeigt bei mir (man kann es sehr individuell anpassen, sogar eigene kleine Apps schreiben oder Nachrichten per „http“ senden) folgende Informationen in einer Rotation an:

  • Uhrzeit, Datum, Wochentag und Kalenderwoche
  • Temperatur, aktuelles Wetter und Sichtweite (mitgelieferte Wetter-App)
  • die wichtigsten Daten meiner Wetterstation (s.o.)
  • Uhrzeit von Sonnenauf- und -untergang
  • aktuelle Mondphase (selbst programmiert)
  • Status der Heizung (selbst programmiert)
  • die nächsten Nahverkehr-Abfahrten an der nahegelegenen Haltestelle (selbst programmiert)
  • die nächsten drei Geburtstage in meiner Familie/Bekanntschaft (selbst programmiert)
  • aktuelle Tagesschau-Schlagzeilen (selbst programmiert)
  • aktueller Dollar-Kurs (selbst programmiert)
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Video von meinem LaMetric-Display, welches einen Teil meiner Anzeige-Rotation zeigt (die Bewegungsunschärfe ist dem Abfilmen geschuldet)

Mit Schaltern direkt am Display kann auch manuell zwischen den einzelnen Anzeigen hin- und hergeschaltet werden. Zusätzlich kann man dem Display Benachrichtigungen per IFTTT schicken und hier wird es richtig spannend. So erhalte ich z.B. eine Benachrichtigung auf dem Display, wenn mich jemand auf Twitter erwähnt oder draußen ein Sturm tobt. Wenn ich etwas via Amazon Echo zu meiner Einkaufsliste hinzufüge, erscheint der Artikelname zur Bestätigung auf dem Display. Selbiges gilt für Aufgaben, die wie bereits erwähnt auch via IFTTT und E-Mail zu OmniFocus geleitet werden.

Innerhalb des eigenen Netzwerks braucht man übrigens kein IFTTT, sondern kann Texte relativ einfach per HTTP ans Display schicken. So habe ich zum Beispiel auf meinem Raspberry Pi ein Skript laufen, welches mir sobald im Sonos-System der Musiktitel wechselt, Songtitel und Interpret aufs Display sendet.

Ich benutze das Display auch, zur Anrufsignalisierung. Anrufe auf meinem iPhone kann das Display schon von Hause aus anzeigen, für das Festnetz habe ich mir unter Nutzung der Call-Monitor-Funktion meiner Fritzbox und dem Raspberry Pi selber eine Lösung gebastelt:

Foto der Anruf-Signalisierung auf dem Lametric-Display
Anruf-Signalisierung auf dem Lametric-Display

LED-Panels

An zwei Stellen meines Smart-Homes gibt es inzwischen selbstgebaute LED-Panels, denen ich auf einen Blick wichtige Zustandsinformationen entnehmen kann. Dieses Panel hier zeigt z.B. den Status der Heizungen an, ob die Balkontür offen ist und ob es gerade regnet (was die blaue LED gerade signalisiert):

Foto eines LED-Panel, welches 4 Statusinformationen anzeigen kann
LED-Panel, welches 4 Statusinformationen anzeigen kann

Heizungssteuerung

Meine Heizung steuere ich direkt von meiner SmartThings-Zentrale über Heizkörper-Thermostaten von Danfoss via Z-Wave-Standard. Somit kann ich an kalten Tagen bereits vor Verlassen der Firma zu Hause die Heizung einschalten, damit es bei Ankunft schon entsprechend warm ist. Bei Verlassen der Wohnung durch die letzte Person wird die Heizung automatisch ausgeschaltet, ebenso sobald ein Fenster geöffnet wird. Letzteres ist eine webCoRE-Automatisierung im Zusammenspiel mit Z-Wave-Fenstersensoren.

Sprachausgaben über das Sonos-System

Neben Alexa (s.u.) ist das Sonos-System auch die Stimme meines Smart-Homes. Über Node-Sonos, eine Software die ebenfalls auf meinem Raspberry Pi läuft (Link zum GitHub-Projekt), ist es möglich, per http-Aufruf Sprachausgaben auf Sonos-Lautsprecher zu schicken. Das kann z.B. so aussehen:

http://<IP-Adresse-Raspberry-Pi>:5005/Wohnzimmer/say/Hallo/de-de/50

„Wohnzimmer“ ist hier der verwendete Sonos-Lautsprecher, „Hallo“ der Text, „de-de“ die Sprache und „50“ die Lautstärke in Prozent. Wie ich schon erwähnte, kann webCoRE (s.o.) genau solche HTTP-Abfragen absetzen, was ich für eine ganze Reihe akustischer Hinweise meines Smart-Home-Systems nutze z.B. „Badezimmer besetzt“, „Badezimmer frei“ oder CO2-Konzentration im Wohnzimmer zu hoch, bitte lüften“. Letztere Information bezieht webCoRE von meiner Netatmo-Wetterstation, die sich in SmartThings integrieren läßt und dort dann in Form mehrerer Sensoren auftaucht.

Neben Sprachausgaben ermöglicht die Software übrigens auch eine Musiksteuerung mit Befehlen wie „Play“, „Pause“, „Next“, „Previous“ oder das Abspielen von Favoriten.

Komplexere Sprachausgaben, wie z.B. eine morgendliche Begrüßung (u.a. mit Ansage des Datums und der Außentemperatur) erfolgen über PHP-Skripte auf dem Raspberry Pi.

Automatisierungen

Mit der Kombination aus

  • Sensor-Daten (Türen, Fenster, Bewegung, Temperaturen, CO2-Konzentration, Regen, …)
  • schaltbaren Steckdosen
  • schaltbarer Beleuchtung (Phillips Hue)
  • Display-Ausgaben (LaMetric)
  • Sprachausgaben (Sonos) und
  • Spracheingaben (Alexa)

sind der eigenen Fantasie für Automatisierungen kaum noch Grenzen gesetzt. Einige Bespiele habe ich bereits genannt, zum Abschluss des Artikels möchte ich noch ein paar weitere erwähnen:

  • Die Badezimmer-Beleuchtung wird basierend auf Bewegungsdaten im Bad und dem Flur davor automatisch ein- und ausgeschaltet, sofern es dunkel genug ist. Nachts ist das Licht dabei dunkler geschaltet, damit es keinen wachmachenden Effekt hat. Es wird optisch und akustisch signalisiert, dass das Bad besetzt ist.
  • Wenn ich nach Hause komme, werde ich durch eine Sprachansage begrüßt. Diese beinhaltet Uhrzeit, Raumtemperatur sowie Luftqualität. Außerdem werde ich ebenfalls per Sprachansage informiert, ob ich einen Anruf verpasst habe. Bei Dunkelheit wird zusätzlich das Licht eingeschaltet.
  • Zu Uhrzeiten, an denen normalerweise jemand zu Hause ist, erfolgen eine Reihe automatischer Erinnerungen über das LaMetric-Display mit gleichzeitiger Sprachausgabe, z.B. „bitte Pflanzen gießen“.
  • An meinem Nachttisch ist ein Logitech-Pop-Schalter, der u.a. dazu da ist, den SmartThings-Hub von „anwesend“ auf „Nacht“ umzuschalten und umgekehrt. Bei Aktivierung des Nacht-Modus werden alle Lampen in der Wohnung ausgeschaltet. Extra für den Nacht-Modus habe ich einen Bewegungssensor, der mir, sobald ich aufstehe, das Licht bis zum Badezimmer für einige Minuten einschaltet und dann wieder ausschaltet. Beim Ausschalten des Nacht-Modus erscheint übrigens ein freundliches „Guten Morgen!“ auf dem Smart-Display, und es erfolgt eine Sprachausgabe u.a. mit Datum, Außentemperatur und Wettervorhersage.
  • Eine Alexa-Routine verabschiedet mich mit dem Sprachbefehl „Auf Wiedersehen“ und schaltet gleichzeitig die komplette Beleuchtung aus. Letzteres ist auch über einen Pop-Schalter innen neben der Wohnungstür möglich.

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Über den Autor

Markus Jasinski

Markus Jasinski ist ein Rostocker Unternehmer, Naturwissenschaftler, IT-Spezialist, Autor, Dänemark-Fan, überzeugter Radfahrer und nicht zuletzt „Computer Geek“ und Smart-Home-Enthusiast. Sein erstes iPhone kaufte der promovierte Naturwissenschaftler im Jahre 2008, kurze Zeit später wurde er dann auch zum Mac-Nutzer. Nach und nach gesellten sich iPad, Apple TV und Apple Watch hinzu.

Um diese vielfältigen Interessen und Aktivitäten "unter einen Hut" zu bekommen befasst sich der gebürtige Westfale seit über zehn Jahren mit den Themen Selbstorganisation und Aufgabenmanagement, die ebenfalls ein Schwerpunkt dieses Blogs sind.

2 Kommentare

  • Schöner Bericht, was du alles bei dir verbaut hast. Sehr interessant.
    Ich habe auch ein paar Sachen bei mir verbaut, unter anderem auch die Logitech Pop.
    Mir ist in letzter Zeit aufgefallen das die Logitech Pop Buttons erst nach dem 2. Drücken funktionieren.
    Es scheint fast so, als wenn der Knopf in einer Art „Standby“ ist.
    Also erster Druck passiert nichts, dann beim 2. Druck nach kurzer Zeit wird die Funktion ausgeführt, die eigentlich beim 1. Druck ausgeführt wird.
    Wärst du auch mal so freundlich und würdest schauen welche Softwareversion die Knöpfe haben?
    Mfg
    Dirk

    • Hej, danke für den Kommentar! Meine Schalter sind alle auf Version 1.0.6. Recht selten kommt es bei mir auch mal vor, dass ein Schalter erst beim zweiten Mal reagiert. Ich habe das immer darauf zurückgeführt, dass er evtl. den Status des Geräts nicht richtig ausgelesen hat und somit möglicherweise AUS statt EIN sendet. In einer Art Standby sind die Schalter auf jeden Fall, sonst wären die Batterien längst leer. Außerdem reagieren sie IMHO schneller, wenn sie kurz vorher schon mal benutzt wurden.

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