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App-Tipp: LaunchBar

Launchbar

Ähnlich wie bei der kürzlich vorgestellten Software TextExpander geht es auch bei LaunchBar darum, Zeit zu sparen und schneller mit dem Rechner zu arbeiten. Wer viel mit der Tastatur unterwegs ist profitiert besonders von LaunchBar, mit der Software können viele Vorgänge gestartet werden, die mit einer Maussteuerung deutlich länger dauern. Das Tool ist ein Produkt der Objective Development Software GmbH aus Wien und kostet zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels 24 Euro, es kann 30 Tage kostenfrei getestet werden.

Einführung und Programme starten

Für den Einstieg wollen wir LaunchBar verwenden, um Programme zu starten. Das funktioniert so ähnlich wie bei Spotlight – nur viel besser. Zunächst einmal habe ich die Tastenkombination für Spotlight auf Alt-Leertaste geändert, um Cmd-Leertaste für LaunchBar nutzen zu können. Das geht über die Systemeinstellungen:

Screenshot der Systemeinstellungen für Spotlight

Nun können wir Cmd-Leertaste für LaunchBar verwenden. Dieses kann in den LaunchBar-Einstellungen konfiguriert werden:

Screenshot der Systemeinstellungen für Tastaturkurzbefehle

Nun können wir Cmd-Leertaste für LaunchBar verwenden. Dieses kann in den LaunchBar-Einstellungen konfiguriert werden:

Screenshot der LaunchBar-Einstellungen

Wenn wir jetzt Cmd-Leertaste drücken erscheint – vorausgesetzt LaunchBar läuft (idealerweise sollte das Tool gleich bei der Anmeldung gestartet werden) – die Eingabeleiste von LaunchBar mittig direkt unter der Menüleiste:

Screenshot der LaunchBar-Eingabezeile

LaunchBar wartet jetzt auf Tastatur-Eingaben, z.B. von Programmnamen. Das zuletzt mit LaunchBar gestartete Programm (im Screenshot Safari) kann einfach mit der Entertaste erneut gestartet werden. Wie bei Spotlight muß natürlich nicht der ganze Name eingegeben werden, sondern nur kleine Teile davon:

Screenshot der Suchvervollständigung

In diesem Beispiel habe ich „OMNI“ eingegeben (die getätigte Eingabe erscheint zur Kontrolle immer links neben dem Zahnrad) und die ersten vier Treffer sind Programme der Omni-Group. Ich kann nun entweder noch mehr Zeichen eingeben bis das gewünschte Programm ausgewählt ist oder aber mit den Cursortasten zum gewünschten Eintrag navigieren und Enter drücken. Und hier beginnt Launchbar intelligenter zu werden als Spotlight. Wenn ich mehrmals nach der Eingabe von „OMNI“ OmniFocus starte, erkennt das Programm meinen Wunsch und bietet OmniFocus künftig als ersten Treffer an. Aber LaunchBar ist noch schlauer, es erkennt auch, wenn Programme aus Wortbestandteilen zusammengesetzt sind und bietet z.B. OpenOffice.org als ersten Treffer für die Eingabe „OOO“ an:

Screenshot mit 1. Beispiel für LaunchBars intelligente Suchfunktion

Oder „ABFR“ führt direkt zu A Better Finder Rename (ein tolles Programm für Massen-Umbenennungen übrigens, müßte ich auch mal was zu schreiben):

Screenshot mit 2. Beispiel für LaunchBars intelligente Suchfunktion

Vielleicht ist einigen der Pfeil hinter manchen Programmen wie z.B. OpenOffice.org aufgefallen. Dahinter verbirgt sich eine weitere tolle LaunchBar-Funktion: Ist ein solches Programm ausgewählt braucht nur die Leertaste oder Cursor-Rechts gedrückt zu werden und es erscheint eine Liste der Dokumente, die mit dem betreffenden Programm zuletzt bearbeitet wurden. Einfach ein Dokument auswählen, Enter drücken und schon wird es in dem ausgewählten Programm geöffnet. Große Zeitersparnis im Vergleich zur Mausbedienung! Als Beispiel habe ich hier bei ausgewähltem OmniOutliner die Leertaste betätigt:

Screenshot der Dokumenten-Suche in LaunchBar

Aber LaunchBar kann noch viel mehr als nur Programme starten. Und zwar soviel, daß ich hier gar nicht alle Funktionen erwähnen kann. Eine vollständige Beschreibung findet sich auf der LaunchBar-Homepage, ich beschränke mich hier auf eine Handvoll weiterer Beispiele.

Websuchen

Schnell mal was bei Google suchen? Kein Problem:

Vollständige Tastenfolge: Cmd-Leertaste > GOO > Leertaste > Suchbegriff > Enter

Cmd-Leertaste:

Screenshot der Suchmaschinen-Funktion

Leertaste oder Cursor-Rechts und Suchbegriff eingeben:

Screenshot der Suchbegriff-Eingabe

Enter-Taste und die Suche läuft:

Screenshot des Google-Suchergebnisses

Solche „Suchvorlagen“ bringt LaunchBar für etliche Webseiten mit. Beispiele: Amazon, dict.cc, ebay, Flickr, LEO, MacUpdate, Wikipedia, Yahoo, YouTube und viele mehr. Fortgeschrittene Benutzer können sich eigene Vorlagen erstellen und LaunchBar somit nahezu beliebig erweitern.

Adressen und E-Mails

LaunchBar kann auch Adressbuchdaten verarbeiten. So kann man blitzschnell eine Adresse heraussuchen oder eine E-Mail beginnen. Beispiel für eine E-Mail an T-Mobile:

Vollständige Tastenfolge: Cmd-Leertaste > T-MOB > Leertaste > Enter

Cmd-Leertaste > T-MOB:

Screenshot der Adressensuche

Leertaste oder Cursor-Rechts:

Screenshot des Adressen-Suchergebnisses

Enter-Taste:

Screenshot einer aus dem Suchergebnis erzeugten E-Mail

Wie man im vorletzten Screenshot sieht, kann man auch die sonstigen Adressdaten dieses Eintrags sehen. Fortgeschrittene Nutzer können einen Enter-Klick auf die Telefonnummer noch mit dem Start eines Skype-Anrufs verknüpfen.

Safari-Lesezeichen und -Verlauf sowie Webseiten

Wie man anhand der bisherigen LaunchBar-Suchergebnisse sieht, findet das Tool auch Safari-Lesezeichen (Globus-Symbol) und bisher besuchte Webseiten (Globus-Symbol mit Uhr).

Auch Webseiten, die man noch nie besucht hat, lassen sich mit LaunchBar öffnen. Dieses Vorhaben erkennt das Tool z.B. am „www“.

Cmd-Leertaste > www.hamburg:

Screenshot einer Webseiten-Suche

Das „.de“ (oder eine andere einstellbare Toplevel-Domain) ergänzt LaunchBar sogar automatisch.

Instant Send

Bisher haben wir Daten wie Suchbegriffe oder Webadressen immer nach dem Öffnen von LaunchBar eingegeben. Es gibt aber auch den anderen Weg. Wenn wir in einem Programm ein Wort markieren und die Alt-Taste drücken (Taste ist konfigurierbar), landet dieses Wort in LaunchBar (= Instant Send) und wir können einen Befehl wie „GOO“ für Google-Suche damit ausführen:

Screenshot der Instant-Send-Funktion (Schritt 1)

Alt-Taste:

Screenshot der Instant-Send-Funktion (Schritt 2)

GOO:

Screenshot der Instant-Send-Funktion (Schritt 2)

Das Betätigen der Enter-Taste führt nun zu einer Google-Suche nach „iPad 2“. Mit etwas Konfigurationsarbeit eröffnet Instant-Send phantastische Möglichkeiten wie z.B. das Übersetzen von markiertem Text mit Hilfe der entsprechenden Google-Werkzeuge.

Arbeiten mit Ordnern und Dateien

Wir können z.B. mal den Download-Ordner mit LaunchBar suchen:

Screenshot der Suche nach Dateien und Ordnern

Leertaste oder Cursor-Rechts führt uns zum Inhalt:

Screenshot des Ergebnisses der Suche nach Dateien und Ordnern

Die Dateien können wir nun mit der Enter-Taste öffnen oder mit der Leertaste eine Vorschau des Inhalts sehen („Quicklook“). Für alle anderen gängigen Datei-Operationen wie z.B. Kopieren oder Umbenennen gibt es ebenfalls Tastenkürzel oder Menüs deren Erläuterung jedoch den Umfang dieses Artikels sprengen würde.

Auch für Dateien gibt es Instant-Send. Eine im Finder markierte Datei landet mit der Alt-Taste umgehend in LaunchBar.

Multi-Zwischenablage

Etwas in die Zwischenablage kopiert und damit wichtigen alten Inhalt überschrieben? Mit LaunchBar kein Problem mehr, das Tool bringt mehrere Zwischenablagen mit und das auch noch weitgehend konfigurierbar:

Screenshot der Konfiguration der Zwischenablage

Bei mir genügt also ein Shift-Command-# um aus alten Inhalten zu wählen:

Screenshot der Nutzung der Multi-Zwischenablage

Enter fügt den ausgewählten Zwischenablage-Inhalt ein, die Leertaste zeigt eine Vorschau.

Weitere Funktionen

Das waren jetzt längst noch nicht alle Funktionen, ich könnte noch ein paar Stunden weiterschreiben, aber ich denke das Grundprinzip dieser Software ist klargeworden. Es gibt fast keine Aktion am Mac, die man nicht irgendwie mit LaunchBar starten kann.

Weitere Funktionen sind zum Beispiel:

  • Eintragen von Terminen in den Kalender
  • Ausführen von Mac OS X-Diensten
  • Taschenrechner (LaunchBar-Suche einfach mit einer Zahl beginnen)
  • iTunes-Steuerung, Suche im iTunes-Store
  • Suche im Lexikon
  • sonstige Aktionen wie z.B. Herunterfahren, Bilder verkleinern, Lautstärke ändern uvm.

Persönliches Fazit

Wie man sieht: eine rundum nützliche Software. Mein Zeiteinsparer Nr. 2 nach TextExpander. Es dauert zwar eine ganze Weile, sich die ganzen Funktionen zu erschließen, aber es lohnt sich. Und eine Mehrfach-Zwischenablage, die einige Unternehmen als separate Software anbieten, gibt es noch kostenlos dazu.

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Über den Autor

Markus Jasinski

Markus Jasinski ist ein Rostocker Unternehmer, Naturwissenschaftler, IT-Spezialist, Autor, Dänemark-Fan, überzeugter Radfahrer und nicht zuletzt „Computer Geek“ und Smart-Home-Enthusiast. Sein erstes iPhone kaufte der promovierte Naturwissenschaftler im Jahre 2008, kurze Zeit später wurde er dann auch zum Mac-Nutzer. Nach und nach gesellten sich iPad, Apple TV und Apple Watch hinzu.

Um diese vielfältigen Interessen und Aktivitäten "unter einen Hut" zu bekommen befasst sich der gebürtige Westfale seit über zehn Jahren mit den Themen Selbstorganisation und Aufgabenmanagement, die ebenfalls ein Schwerpunkt dieses Blogs sind.

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